Graz: Debatte über Für und Wider bedingungsloses Grundeinkommen

Katholische ArbeitnehmerInnenbewegung Steiermark lud Fachleute aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Kirche zu Diskussion und berichtete von unterschiedlichen Einschätzungen.

12.10.2022
Strikt gegen ein Bedingungsloses-Grundeinkommen sprach sich Eric Kirschner, Ökonom und Studienautor von Joanneum Research, aus – nicht nur wegen ungelöster Finanzierungsfragen. Jeder und jede müsse für die Gesellschaft eine Leistung erbringen. Die Idee eines Grundeinkommens habe Charme, sei aber naiv, da sie wohl von vielen Menschen ausgenützt werden würde – Stichwort „Sozialschmarotzer“.

Nikolaus Dimmel kritisierte in seiner Wortmeldung die Marktgläubigkeit und das kapitalistische Wirtschaftsmodell grundsätzlich. Mit der BGE-Einführung allein könne das ausbeuterische System gegenüber Mensch und Natur nicht überwunden werden. Gerade die Vorkommnisse rund um die Pandemie und die jetzige Energiekrise hätten gezeigt, dass der Markt mit der Regulierung existenzieller Bereiche überfordert sei. Es müsse viel stärker die Verteilungs- und Eigentumsfrage gestellt werden, betonte der Sozialrechtsexperte. Notwendig sei die Einführung von Mindestlöhnen, eine Arbeitszeitverkürzung, mehr Arbeitslosengeld und eine Neubewertung der Care-Arbeit.

Quelle:
https://www.katholisch.at/aktuelles/140808/graz-debatte-ueber-fuer-und-wider-bedingungsloses-grundeinkommen

Antwort der Akademie BGE
Für Waffenindustrie, Raumfahrt, mafiöse Geschäfte und Unfrieden gibt es jede Menge Geld, für die soziale Zukunft nicht. Der Begriff „Sozialschmarotzer“ zieht nicht mehr, denn die wahren Sozialschmarotzer sind die Steuerflüchtlinge und jene, die das Sozialsystem aushungern. Wir denken, aktuell wird das Sozialsystem eher ausgenützt, als bei einem Grundeinkommen.

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